In Frauenhand

Handwebteppiche zu weben erfordern jahrelange Übung

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Frauenpower am Webstuhl

Das erste, was auffällt, ist dieser lang gezogene, alles durchdringende, fast schleppende Beat der halbmechanischen Webstühle. Überraschend dann auch, dass an den Webstühlen nur Frauen arbeiten. Warum? Weil Sie einfach die geschickteren Hände haben und ein Fingerspitzengefühl für feine Nuancen.

Weben auf halbmechanischen Webstühlen ist schwieriger als es aussieht. Kette und Schuss klingt einfach. Einen fehlerfreien Teppich im gewünschten individuellen Dessin hinzubekommen, verlangt langjährige Erfahrung.

Teodora Serbu, Design-Assistentin in Siebenbürgen, hat selbst drei Monate auf dem Webstuhl gearbeitet: „Von so vielen Mitarbeiterinnen zu lernen, ist gut. Ich kenne jede Weberin persönlich. Die Neuentwicklungen werden immer mit den Weberinnen besprochen, damit wir aus diesen Diskussionen, basierend auf ihrem Erfahrungsschatz, die besten, qualitativen Lösung finden.“

Und David Humuzau, unser Design-Koordinator, legt nach: „Hier arbeiten nur ausgebildete Weberinnen. Ich bespreche mich meistens mit den alten Weberinnen, wenn es eine neue Entwicklung gibt. Diese Frauen haben ein großes Wissen. Speziell bei Innovationen arbeiten wir also immer ganz eng im Team, auch damit wir nicht zu viel Zeit investieren und die Qualität gewährleistet wird.“

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Es geht bergauf

Nachdem die gut etablierte Textilindustrie in und um Heltau/Siebenbürgen einen Niedergang erlebte, wurde es für Männer und Frauen zunehmend schwieriger, ihre Familien zu versorgen. Als Tisca ab 1999 hier die Teppich-Manufaktur aufbaute, kam wieder Hoffnung auf. David Humuzau: „Tisca und andere neu gegründete Unternehmen sind sehr wichtig für unsere Stadt, wir alle haben sehr hart gekämpft, dass es wieder Arbeit in unserer Region gibt. Andere Städte sind voller Armut. Wir hatten Glück.“

Mit Teodora Serbu und David Humuzau sprach Hermann Braendle im Oktober/November 2013.